„Stromkörper“ untersucht, wie Wasser, Daten und Körper gemeinsam durch den Raum in Bewegung treten. Grundlage sind Messwerte aus dem Wasserkraftwerk Horst in Essen, darunter Durchfluss, Turbinenleistung und Energieerzeugung, die mit Umweltparametern aus der Ruhrregion verknüpft werden. Aus diesen Informationen entsteht ein digitaler Körper, dessen Bewegungen in einer endlosen Videoschleife sichtbar werden. Diese Datenchoreografie bleibt jedoch nicht nur visuell, sondern eröffnet zugleich einen körperlichen Zugang: Ein choreografischer Score aus Textanweisungen und Bodenmarkierungen lädt Besucher*innen dazu ein, selbst in Bewegung zu treten und die Daten im eigenen Körper nachzuvollziehen. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Technologie, Umwelt und Choreografie, das wissenschaftliche Messung, digitale Transformation und menschliche Erfahrung zusammenführt. „Stromkörper“ macht sichtbar, wie eng natürliche Ressourcen, Energieerzeugung und körperliche Präsenz miteinander verbunden sind, und übersetzt komplexe Datenströme in eine sinnliche, partizipative Erfahrung.
Ein Fellowship des Kulturforum Witten.