NEXT LEVEL

Festival für Games, interaktive Kunst und digitales Theater

13.11. — 16.11.25

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© Adriaan Hauwaerts

Wall flower

Künstler*innenhaus Dortmund, Ausstellung, Games, Interaktive Kunst

Eine interaktive Skulptur mit Game, die das Ego-Shooter-Prinzip auf den Kopf stellt.

„Wall flower“ ist eine interaktive Skulptur, die aus einem umgebauten Windows-10-Computer und eigens entwickelten Interface-Elementen besteht. Darauf läuft das Spiel „First Person Hugger“, in dem die Spieler*innen eine Welt voller handgezeichneter Fantasiefiguren durchstreifen. Statt Waffen steht hier eine einzige Taste im Zentrum: „Hug“. Mit ihr lassen sich Objekte und Figuren umarmen, wodurch eine völlig andere Form der Interaktion entsteht. Die Arbeit reagiert auf die Dominanz des Genres der Ego-Shooter, bei dem der Blick durch das Visier einer Waffe definiert ist, und schlägt ein alternatives Genre vor: den „First Person Hugger“. Hier erlebt man die digitale Welt nicht durch den Lauf einer Waffe, sondern durch offene Arme. „Wall flower“ ist damit zugleich Skulptur, Spielgerät und Statement – eine Einladung, virtuelle Räume mit Zuneigung statt mit Gewalt zu besetzen.

Janne Schimmel
Creative Coding Utrecht (CCU)

Janne Schimmel, geboren 1993 in den Niederlanden, ist Bildhauer und Medienkünstler und lebt und arbeitet zwischen Antwerpen (BE) und Arnheim (NL). Seine Arbeit befasst sich mit den inneren Abläufen von Hardware und Software. Durch deren physische und digitale Dekonstruktion möchte er die Rahmenbedingungen aufdecken, die bestimmen, wie wir als Gesellschaft über Technologie denken. Derzeit konzentriert er sich auf die Untersuchung der Schnittstelle zwischen Videospielkultur und den greifbaren Manifestationen von Gaming-Hardware. Inspiriert von Homebrewing- und Modding-Communities und in aktiver Zusammenarbeit mit diesen rekonstruiert Schimmel Computer und Videospiele, um Narrative zu vermitteln, die seiner Meinung nach in der kommerziellen Gaming-Industrie übersehen werden. Damit hinterfragt er etablierte Videospielkonventionen und untersucht die visuellen Narrative, die im physischen Design technologischer Komponenten eingebettet sind.

Creative Coding Utrecht (CCU) ist eine Non-Profit-Plattform für digitale Kreativität mit Sitz in Utrecht. Wir unterstützen künstlerische Forschung, Talententwicklung und interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Unsere Aktivitäten reichen von öffentlichen Programmen und Labs über Residenzen bis hin zu Bildungsprojekten – stets verankert in Experiment, Zugänglichkeit und Gemeinschaftsbildung. Als Zoöp (zoop.earth) setzt sich CCU dafür ein, mehr-als-menschliche Perspektiven in die kreative Praxis zu integrieren. Diese Forschung untersucht, wie künstlerische und technologische Werkzeuge uns dabei helfen können, die lebendige Welt wahrzunehmen, uns mit ihr zu verbinden und für sie Sorge zu tragen – nicht nur thematisch, sondern auch strukturell, in den Weisen, wie wir schaffen und zusammenarbeiten.