Token Eater und Wasted treten als digitales Doppel auf, das die Schattenseiten unserer Konsumgesellschaft ins Spiel bringt. In Token Eater greifen wir wie an einem Jahrmarkt-Automaten nach Plüschtieren, nur dass hier Elektroschrott zur Beute wird. Mit jedem Zug häufen wir symbolisches Geld an, während sich der Schacht wie von selbst wieder mit Abfall füllt. So wird sichtbar, wie unerschöpflich die Reste unseres Konsums zirkulieren. Wasted setzt an einem anderen Bildpunkt an: Auf einer einsamen Plattform im Meer bewegen sich gesichtslose Geldautomaten wie Autoscooter, und als Spieler*in gilt es, sie zu rammen, bevor sie uns selbst erwischen. Jeder Treffer bringt Bargeld, doch das Spielziel ist unweigerlich der Sturz: sei es ins Wasser, durch einen gegnerischen Schlag oder durch die Polizei. Beide Werke verhandeln die Logik von Gewinn und Verlust, Überfluss und Verschwendung und übersetzen sie in groteske, zugleich vertraute Spielmechaniken. So entsteht ein Kommentar über endlose Kreisläufe von Produktion und Vernichtung, in denen auch digitale Körper Teil einer Kultur werden, die nichts je ganz verschwinden lässt.
Token Eater & Wasted
Zwei Videospiele, die Konsum, Verschwendung und Spielkultur zuspitzen
Alona Rodeh ist eine in Berlin lebende bildende Künstlerin, Szenografin und urbane/raumbezogene Praktikerin, die an den Schnittstellen von virtuellem und physischem Raum arbeitet. Ihre forschungsbasierte Praxis untersucht materielle Kulturen und audiovisuelle Ausdrucksformen von Sicherheitsgefühlen. Sie erschafft große, immersive Umgebungen, die Licht und Klang einbeziehen, realisiert Kurzfilme, entwickelt Spiele, veröffentlicht Künstler*innenbücher, praktiziert nächtliche Spaziergänge und mehr.