„river (immersive version)“ baut auf einer früheren Videoarbeit auf, die sich mit dem mythologischen Sanzu-Fluss beschäftigt – einer Grenze zwischen Leben und Tod. In dieser erweiterten Version wird der Immersive Room selbst zum jenseitigen Ort, einem traumartigen Raum, der sich über vier Projektionen entfaltet. Besucher*innen treten als flüchtige Erscheinungen hinein. Ihre Körper werden erfasst, ihre Bewegungen vom Raum sanft reflektiert, doch wirkliche Steuerung entgleitet. Die Immersion bleibt brüchig: Nicht Auflösung, sondern Schweben zwischen Sichtbarkeit und Verletzlichkeit prägt das Erlebnis. Mit sparsamer Interaktion und poetischer Abstraktion stellt die Arbeit die Frage, was es bedeutet, in einer Welt zu verweilen, die nicht ganz die eigene ist – einer Welt, die zurückblickt. So wird der Immersive Room nicht nur als Erfahrungsmedium gedacht, sondern als symbolisches Ufer, an dem man zögert, innehält und fragt: „Darf ich so gehen?“
river (immersive Version)
Eine Videoinstallation als poetische Schwelle zwischen Welten.
Mayuko Kudo, geboren in Ōita, Japan, ist Medienkünstlerin mit Schwerpunkt auf ortsspezifischen Kunstprojekten an der Schnittstelle zwischen virtueller und physischer Realität. Derzeit ist sie als Digital Content Creator tätig und nimmt seit 2025 als Artist Fellow am Programm „No End to the Road – Rethinking Culture” im Kulturforum Witten (NRW) teil. Parallel dazu leitet sie die laufende Initiative „Saalbau Witten Metaverse Cultural Simulation”, ein Projekt, das unabhängig entwickelt und in Zusammenarbeit mit dem Kulturforum Witten im Rahmen des Förderprogramms #ARTInProgress des NRW KULTURsekretariats realisiert wurde. Zu ihren Aufgaben gehören die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung von Metaverse-basierten Inhalten.