NEXT LEVEL

Festival für Games, interaktive Kunst und digitales Theater

13.11. — 16.11.25

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Perplexity

Künstler*innenhaus Dortmund, Ausstellung, Interaktive Kunst

Eine Installation über Überwachung, Vorhersage und Bewegungsmuster.

In Bahnhöfen, Innenstädten oder Einkaufszentren ist Kameraüberwachung längst allgegenwärtig. Immer öfter greifen solche Systeme auf KI-gestützte Algorithmen zurück, um vermeintlich „abweichendes Verhalten“ zu erkennen. Doch was bedeutet Abweichung eigentlich, wenn sie algorithmisch definiert wird? Perplexity untersucht diesen Perspektivwechsel mit einer Kombination aus Überwachungskamera, Computer und Laserprojektoren. Das System trainiert sich kontinuierlich an den Bewegungen der Menschen im Raum, simuliert ihre wahrscheinlichsten Wege und projiziert diese als Leuchtspuren direkt vor ihre Füße. Entscheidend ist die Umkehrung: Nicht das Auffällige wird gesucht, sondern das Normale vorhergesagt. Abweichung entsteht, wenn Realität und Simulation nicht mehr übereinstimmen. Aus dem Fehler des Algorithmus wird so ein Maß für Verdacht. Perplexity macht sichtbar, wie sehr Routinen den Hintergrund des Öffentlichen prägen, gegen den jede Abweichung heraussticht. Indem Besucher*innen mit ihren vorhergesagten Bewegungen konfrontiert werden, lädt die Arbeit dazu ein, eingefahrene Wege zu hinterfragen und das Verhältnis von Beobachtenden und Beobachteten neu zu denken. NEXT LEVEL zeigt Perplexity als künstlerische Reflexion über Überwachung, Vorhersage und den subtilen Einfluss von Algorithmen auf alltägliche Bewegungen.

Ruben van de Ven
Creative Coding Utrecht (CCU)

Ruben van de Ven ist Medienkünstler mit Sitz in Utrecht und Doktorand am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leiden. Er erforscht algorithmische Politik durch Medienkunst, Computerprogrammierung und wissenschaftliche Arbeit; derzeit konzentriert er sich auf Überwachungsalgorithmen, die menschliche Gangarten und Gesten ordnen. Sein besonderes Interesse gilt der wechselseitigen Beziehung zwischen dem Algorithmus und dem Individuum, da das Individuum sowohl Gegenstand als auch Input des maschinellen Lernprozesses wird. Ruben ist Absolvent des Masterstudiengangs Mediengestaltung am Piet Zwart Institute in Rotterdam. Seine Arbeiten und Forschungsergebnisse wurden auf Ausstellungen und wissenschaftlichen Konferenzen präsentiert, darunter V2_ in Rotterdam, ZKM in Karlsruhe, MuseumsQuartier in Wien, State Festival in Berlin, Codes & Modes in New York City, Creativity & Congition/ArtScience Musem in Singapur. Seine Schriften werden vom Institute of Network Cultures und verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht.

Creative Coding Utrecht (CCU) ist eine Non-Profit-Plattform für digitale Kreativität mit Sitz in Utrecht. Wir unterstützen künstlerische Forschung, Talententwicklung und interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft. Unsere Aktivitäten reichen von öffentlichen Programmen und Labs über Residenzen bis hin zu Bildungsprojekten – stets verankert in Experiment, Zugänglichkeit und Gemeinschaftsbildung. Als Zoöp (zoop.earth) setzt sich CCU dafür ein, mehr-als-menschliche Perspektiven in die kreative Praxis zu integrieren. Diese Forschung untersucht, wie künstlerische und technologische Werkzeuge uns dabei helfen können, die lebendige Welt wahrzunehmen, uns mit ihr zu verbinden und für sie Sorge zu tragen – nicht nur thematisch, sondern auch strukturell, in den Weisen, wie wir schaffen und zusammenarbeiten.